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Es ist nicht sicher,
welche genauen Beweggründe Kublai Khan veranlassten, gegen Japan
vorzugehen. Das Lang schien nicht ökonomisch attraktiv zu sein, war
klein und schwer zu erreichen. Eventuell lag es an den guten
Beziehungen zwischen der südchinesischen Sung-Dynastie und dem
japanischen Reich, gegen die Kublai Khan derzeit Krieg führte.
Vielleicht fürchtete er logistische oder militärische Unterstützung
seitens der Japaner für die Sung oder das Inselreich bildete einfach
den krönenden Abschluß seines Großmachtbestrebens? Bun-ei no eki Schon kurze Zeit nach
seiner Inthronisierung begann Kublai Khan eine Invasion auf die
japanischen Inseln vorzubereiten, so daß bereits im November 1274
(11. Jahr Bun-ei), eine Flotte von 40.000 Männern von Süd-Korea in
Richtung der japanischen Inseln, nach Kyushu, aufbrach. Eigentlich
kann man nicht direkt von einer mongolischen Militärmacht sprechen,
ein Teil der Invasionsstreitkräfte mit 20.000 Soldaten bestand aus
Mongolen, Nord-Chinesen und Jurchen-Tataren
sowie 6.000 koreanischen Männern des besetzten Königreiches
Koryo, die durch die mongolischen Eroberungen jetzt zum Reich Kublai Khans gehörten. Der Anlaufpunkt in
Japan war bereits ausgewählt. Zuerst griff man die vorgelagerten
Inseln Tsushima und Iki an, deren Garnisonen nach kurzer Zeit ausgelöscht
waren. Die Hauptlandung sollte in Imazu in Hakata (Provinz Hizen)
erfolgen, einer weitausladenden Bucht (heute Fukuoka), die einen natürlichen
Rückzugspunkt für die Transportschiffe bot und die durch ihren
Handelshafen den koreanischen und chinesischen Händlern (und wahrscheinlich
auch Spionen) bestens bekannt war. Hier wußte man, welche
topografischen Gegebenheiten zu erwarten waren, welche Befestigungen
vorhanden und wie das Umland gestaltet war. Nach ca. 2 Wochen
erreichte der Konvoi von Südkorea aus die vorgelagerten japanischen
Inseln Tsushima und Iki, von wo aus man zum Sturm auf Kyushu ansetzte.
Wie geplant, war der Landungsversuch erfolgreich und die Truppen
konnten einen Brückenkopf im Gebiet der heutigen Stadt Fukuoka in
Imazu bilden. Die unter den japanischen Feldherren Shoni
Sukeyoshi und Otomo Yoriyasu stehenden 6.000 – 10.000 Samurai
aus Kyushu, die die Mongolen erwarteten, konnten die Invasoren nicht
wieder ins Meer zurückwerfen. Im Gegenteil, die mongolischen Kräfte
bauten ihre Position aus und begannen in Richtung der Provinz Chikuzen
vorzustoßen. Die japanischen Verteidiger mußten sich bis nach
Dazaifu zurückziehen, einer Ortschaft ca. 20 km südlich der
Hakata-Bucht, wo die nachrückenden mongolischen Truppen den
Hakozaki-Schrein und japanische Ortschaften brandschatzten. Die
Samurai gerieten immer mehr in Bedrängnis, bis sich die Invasoren bei
Einbruch der Nacht an die Küste, zu ihren Schiffen, zurückzogen. Als
die japanischen Krieger nach nächtlicher Kampfpause die Bucht von
Hakata erreichten um sich erneut den Invasoren zu stellen, fanden sie
den Strand verlassen vor... Es gibt jedoch neuere
Forschungen, die bezweifeln, daß die erste Mongoleninvasion in Japan
einem Sturm zum Opfer fiel, der die Angreifer zum Abbruch ihrer
Kampfhandlungen veranlaßte. Einerseits erwähnen verschiedene
japanische Aufzeichnungen nichts über Naturkatastrophen irgendwelcher
Art in diesem Zusammenhang und sprechen eher vom Erstaunen der
Krieger, die den Strand am nächsten Morgen leer vorfanden. Ein
einziges Schiff, welches gestrandet war, zeugte noch von der mächtigen
Flotte des Vortages (eventuell gehörten die Gefangenen Otomos zur
Besatzung dieses Fahrzeugs). Es gibt Hinweise, daß die erste
mongolische Expedition eine geplante Aktion war, deren plötzlicher Rückzugsbefehl
fester Teil eines vorher bestehenden Planes war. Es scheint, als
sollte lediglich die Verteidigungsbereitschaft und das Kampfverhalten
der Samurai ausgelotet werden, denen sich die mongolischen Krieger bei
einer echten, späteren Invasion zu stellen hatten. In den
Aufzeichnungen der neuen Yuan-Dynastie gibt es angeblich keine
Hinweise auf einen mißlungenen Feldzug in Japan oder irgendwelche
Bedenken gegen weitere Eroberungsversuche. In den nächsten Jahren
sollten die Mongolen ihr Reich vorerst weiter nach Südchina
ausdehnen.
Genko borui Japan war gerade mit
einem blauen Auge davongekommen. Doch die japanische Führung wollte
die Zukunft des Landes nicht wieder dem glücklichen Zufall einer
Naturkatastrophe überlassen. Für eine erneute Invasion wollte man
besser gerüstet sein. Hojo Tokimune (1251-1284), der 10.
Regent des Kamakura-Bakufu, entschied als erste Maßnahme die
Errichtung einer Küstenbefestigung (1276) im Bereich der Hakata-Bucht
als erste Verteidigungslinie. Diese Befestigungsanlage (Genko-borui) wurde als nach oben verjüngender Wall gebaut, wobei
man die beiden Außenseiten mit Bruchstein aufschichtete, die innen
mit alternativem Material, wie Erde und Sand ausgefüllt wurde. Der
Hauptwall aus Stein (Ishi-tsuiji)
war ca. 2,5 Meter stark und über
2 Meter hoch. Von der Landseite aus war er sogar für Reiter
begehbar. Neueste Ausgrabungen legten noch ein zweiter Erdwall von 1,5
Meter Breite und 1,3 Meter Höhe frei, der dem eigentlichen Steinwall
an verschiedenen Stellen in einem Meter Distanz vorgelagert war. Die
Bedeutung dieser zweiten Anlage ist heute nicht gänzlich geklärt,
aber der Sinn der kompletten Befestigung wird wohl die Verhinderung
der Gruppierung und Aufstellung größerer Truppenverbände des
Feindes gewesen sein, die sowohl als Schußplattform als auch als
Deckung genutzt werden konnte. Außerdem verhinderte sie ein schnelles
Vordringen des Feindes ins Innenland und erschwerte die Errichtung
eines Brückenkopfes an der Küste. Das Bakufu verpflichtete alle
Vasallen auf Kyushu, sich am Bau der Verteidigungsanlage zu
beteiligen, wobei die Größe des zu errichtenden Stückes von der Größe
der Landbesitzung abhängig gemacht wurde. Als der Wall vollendet war
reichte er von Kashii bis nach Imazu über eine Strecke von 20 km Küstenlinie.
Moderne Ausgrabungen wiesen nach, daß einzelne Teile des Walls nach
verschiedenen Konstruktionsmethoden errichtet wurden, was einen
Hinweis auf die verschiedenen Bauherren geben könnte, die sich wahrscheinlich
nur grob an einen bestehenden Plan hielten, bzw. was eine zentrale
Bauhoheit ausschließt. Bauleute der Provinzen Hyuga und Osumi aus Süd-Kyushu,
die für den Teil der Befestigung in Imazu
verantwortlich waren, schufen einen massiven Doppelsteinwall, während
anderorts, wie etwa im Gebiet um Iki
no Matsubara nur ein einfacher einseitiger Steinwall von den Männern
der Provinz Higo aus Zentral-Kyushu errichtet wurde. In anderen
Gebieten wiederum, z.B. Nishijin
und Momochi liegt ein erdgefüllter beidseitiger Steinwall vor,
welcher der hauptsächlichste Typus der Verteidigungsanlage in der
Hakata-Bucht zu sein scheint. Neben dem Wall erwägte
Japan weitere Maßnahmen, um gegen die Mongolen gerüstet zu sein. Auf
der Befestigungsanlage patrolierte freiwillige Krieger, die aus einer
Gruppe von 120 berittenen Samurai bestand, außerdem wurde eine Art Küstenwacht
gegründet, die als Frühwarnsystem fungieren sollte. Verteidigungen
wurden außerdem in Nagata und anderen westlichen Küstenabschnitten
sowie n der Inlandsee ausgehoben. Es gab sogar die Überlegung eine
eigene Streitmacht unter General
Shoni Tsunesuke nach Südkorea zu schicken, um dortige
Kontingente an Transportschiffen und Hafenanlagen zu zerstören und so
eine erneute Invasion von Anfang an im Keim zu ersticken. Die Mongolen
drängten in der Zwischenzeit weiter. Als Kublai Khan im
Jahr 1275 erneut eine Gesandtschaft nach Japan schickte, um seine
Forderungen zu bestätigen, wurden die Diplomaten nach ihrer
Überführung in Kamakura enthauptet. Eine eindeutige Antwort... Script: Ulf Lehmann
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