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Niten ichi ryu Zwei Schwerter Miyamoto MusashiEs gibt kaum einen Schwertmeister in der langen Geschichte Japans, dem je eine ähnliche Bewunderung und Verehrung zuteil wurde wie Miyamoto Musashi Fujiwara Genshin (1584 - 1645). Bereits zu Lebzeiten eine Legende, verweben sich in seinen Biographien Wirklichkeit und Fiktion. Es ist schwer wahre Daten und Begebenheiten aus den unzähligen Erzählungen über ihn heraus zu filtern. So soll er neben historisch belegten Duellen auch Drachen und Unholde getötet haben und unverwundbar gewesen sein. Die meisten Hinweise auf sein Leben gibt des Buch seines Schülers Iori, welches nach Musashis Tod geschrieben wurde. Dieses „Nitenki“ (Geist der zwei Himmel) benannte Werk ist eine der ältesten zusammen gefaßten Quellen über Musashis Taten, auf dem viele andere, moderne Abhandlungen beruhen. Hoffen wir, uns auf Fakten zu stützen, die mehr den realen, geschichtlichen Schwertmeister Musashi betreffen... Seine
Familie waren Gefolgsleute des Harima-Clans in Kyushu, er wuchs jedoch
bei Verwandten auf und machte bereits als Kind auf sich aufmerksam,
als er mit 13 Jahren sein erstes Duell bestritt, bei dem er einen
Samurai tötete (erst mit 15 Jahren wurden Jungen im historischen
Japan initiiert). Mit 16 Jahren begab er sich auf Wanderschaft und
hatte auch sein zweites Duell, welches er als Sieger überstand. Es
wird ihm nachgesagt, daß er im selben Jahr an der Schlacht von
Sekigahara (1600) auf Seiten der Verlierer teilgenommen hätte, was
jedoch geschichtlich nicht belegt ist. Belegt sind hingegen seine
Treffen mit vielen berühmten Meistern der Kriegskunst
seiner Zeit, wie Hozoin Inei (Hozoin ryu), Yagyu
Sekishusei Munetoshi (Yagyu Shin kage ryu),
Muso Gonosuke (Shindo muso ryu) und seine Fehden mit der Schwertschule
Yoshioka in Kyoto und dem Fechtmeister Sasaki Kojiro.
So bestritt er bis zu
seinem 29. Lebensjahr über 60 Duelle, aus denen er immer siegreich
hervorging. 1514 und 1515 beteiligte er sich auf Seiten der
Tokugawa-Armee an der Belagerung der Burg Osaka, kämpfte für den
Ogasawara-Clan bei der Christenniederschlagung von Shimabara (1632)
mit und nahm im Hause Hosokawa eine Stelle als Fechtlehrer an (Kumamoto,
Higo). Zwei SchwerterEin Fakt, der aus Erzählungen über seine Duelle und Zweikämpfe hervorgeht, ist bemerkenswert: im Gegensatz zu seinen Gegnern kämpfte Musashi mit zwei statt mit einem Schwert. Seit der Sengoku-Periode (1467-1568) war es üblich, daß Bushi zwei Schwerter in Form des Dai sho-Paares (groß-klein) trugen. Das Dai sho bestand aus einem längeren Kampfschwert und einem Kurzschwert oder Dolch, wobei die kürzere Waffe im Falle eines Verlustes oder Defektes im Gefecht das Kampfschwert ersetzen sollte. Der gleichzeitige Einsatz beider Waffen war zwar nicht unbekannt, üblich blieb jedoch die ausschließliche Führung des Langschwertes. Musashi schien jedoch ein praktisch veranlagter Mensch zu sein, denn er schreibt im Gorin no sho: „... sich der Wirksamkeit der beiden Schwerter bewußt zu werden – darum geht es in der Nito ryu...denn wahr ist, daß man alle Waffen, die man besitzt, gebrauchen sollte, statt sein Leben wegzuwerfen. Zu sterben, mit einer unbenutzten Waffe in seinem Gürtel, daß wäre bedauerlich.“ So setzte er
sehr oft beide Klingen gleichzeitig in Kämpfen gegen starke Gegner
ein, wobei er dem Prinzip des Abwehrens mit dem Ko dachi in der linken
Hand und dem darauffolgenden Konter des Tachi in der rechten Hand
folgte. Zwei HimmelHyoho Niten
ichi ryu – so der eigentliche Name der Schule, geht auf andere
Benennungen des Systems zurück, welche Musashi vorher favorisierte.
So soll ihr erste Name Enmyo ryu [Enmei, Emmei ryu], (Fechtschule von
Enmyo) gewesen sein. Miyamoto Musashi prägte diesen Namen in seiner
Dienstzeit beim Ogasawara-Clan in Akashi / Harima Provinz, wo er von
1615 – 1627 unter Sold stand. Hier etablierte er sein
Zweischwertersystem erstmals als eigenständige Ryu und schuf die
Grundlagen der noch heute bestehenden Schule. (andere Quellen sprechen
davon, daß die Enmei ryu nicht von Musashi selbst stammte, sondern
von diesem in seiner Kindheit aufgesucht wurde. Demnach wäre sie die
Quelle Musashis ursprüngliche Ausbildung gewesen und ihre Wurzeln würden
sich nicht auf ihn
beziehen. Die noch heute bestehende Enmei ryu ist ein System, welches
sich vor allem mit kleineren Waffen wie Schlageisen und einer
speziellen Jitte-form beschäftigt. Dem entsprechend kann man keine
direkten Verbindungen zwischen der Niten ichi ryu und der Enmei ryu
ziehen oder sie ist in ihrer damaligen Form heute nicht mehr
existent). Die Schule Es wird gesagt, daß Musashi kaum Schüler hatte, dagegen spricht jedoch die lange Zeit seiner Anstellung als Fechtlehrer im Haus Ogasawara und Hosokawa und schließlich widmete er sein Buch Gorin no sho seinem Schüler Terao (wahrscheinlich als Lehrlizenz). So setzte sich die Ryu bis in unsere Tage fort und kann auf eine Reihe von Zweigen blicken, die alle unter dem selben Namen agieren. Es gibt aktuell keine formelle Hauptlinie in Japan, die populärsten Organisation berufen sich jedoch auf eine Reihe von 10 Großmeistern – von Miyamoto Musashi bis Imai Masayuki in der heutigen Zeit: Miyamoto Musashi Fujiwara Genshin – Terao Kyumanosuke Nobuyuki – Terao Kyoemon Katsuyuki – Yoshida Josetsu Masahiro – Santo Hikozaemon Kiyoaki – Santo Hanbei Kiyoaki – Santo Shinjyuro Kiyotake – Aoki Tesshin Kikuo – Kiyonaga Tadanao – Imai Masayuki Nobukatsu Wie viele
andere Schulen hat auch die Hyoho Niten ichi ryu neben seinen
eigentlichen Kampftechniken einen starken spirituellen Background.
Einige der älteren Ryu sind eng mit dem Shinto, der Naturreligion
Japans, verbunden. Die Niten ryu führt ihre Lehren jedoch auf den
Buddhismus zurück. Bereits Miyamoto Musashi galt als Kenner dieser
Religion und bekannte buddhistische Experten seiner Zeit, wie der
Bonze Takuan, galten als seine Freunde. Die Lehren der Schule, und
auch ihrer Bücher wie das Gorin no sho, sind eng mit buddhistischen
Grundsätzen verbunden. Es heißt, daß nur umfangreiche Kenntnis
dieser religiösen Lehren das wahre Wissen zu Musashis Büchern, und
damit auch zu den inneren Lehren der Schule, offenbart. So ist es
nicht verwunderlich, daß viele Großmeister des Stils neben ihren
Lehrtätigkeiten im Fechten auch buddhistische Ämter inne hatten bzw.
Mönche oder Bonzen waren. Was die
Techniken der Schule gegenüber anderen Ryu auszeichnet ist vor allem
ihre extreme Realitätsbezogenheit. Die Kampftechniken sind sehr
praktisch ausgelegt – es gibt keine unnötigen Bewegungen, rituelle
Floskeln oder überflüssige Gesten. Auch die Anzahl der Stellungen
und Techniken ist geringer als in anderen Systemen. Vergleicht man
diese mit anderen bekannten Schulen, so wirken die Bewegungen der
Niten ichi ryu sehr natürlich und offen. In ihrer
modernen Form, der Shin niten ichi ryu ähnelt die Schule äußerlich
sehr dem modernen Kendo, sie beinhaltet 13 Kata sowie 5 Kumitachi-Übungen,
die eng an die Nito-Techniken der Niten ichi ryu angelehnt sind.
Einige Ableger des Stils beinhalten und unterrichten auch den Umgang
mit Jo (Stock) und Jitte (Schwertfänger). Itto seiho (Langschwert Kampfübungen) Sassen, Hasso hidari, Hasso migi, Uke nagashi hidari, Uke nagashi migi, Moji gamae, Haritsuke, Nagashi uchi, Tora bura, Kazuki, Aisen uchidome, Amashi uchi Kodachi seiho (Kurzschwert Kampfübungen) Sassen, Chudan, Uke nagashi, Moji gamae, Haritsuke, Nagashi uchi, Aisen Nito seiho (Zweischwerter Kampfübungen) Chudan, Jodan, Gedan, Waki gamae hidari, Waki gamae migi
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