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| Der
Soldat und der Ex-Kaiser Japanische Geschichte - Teil 20 „Einer,
der Bogen und Pfeil trägt, muß damit rechnen, sein Ende bei (an)
einem feindlichen Pfeil zu finden. Doch es ist eine Ehre [...], daß
geschrieben sein wird: 'Im Krieg zwischen den Minamoto und den Taira
gab Satou no Saburoubyoue Tsuginobu sein Leben für seinen Herrn [Yoshitsune]
am Strand bei Yashima in der Provinz Sanuki'.“ Heike
Monogatari. Gefangenschaft Die
Gefangennahme von besiegten Gegnern war im mittelalterlichen Japan
nicht sonderlich üblich. Schon um sich der Gefahren einer Blutrache (Katakiuchi)
zu entledigen, war man stets bemüht, seine Gegner möglichst schnell
und vollständig zu eliminieren. Doch all diesen Prinzipien zum Trotz
wurde Shigehira zunächst nur in der Villa eines Höflings in
Kyoto inhaftierte. Auch wurde er anständig, ja gar zuvorkommend
behandelte und während der Haft verwandelte sich der General
Shigehira in einen wahrhaftigen Höfling. Es war Shigehira
erlaubt, Botschaften an seine Frau und an eine Hofdame zu senden, die
seine Mätresse war. Die Worte an die Hofdame und ihre Antwort waren
voller eleganter und graziler lyrischer Expressionen ihrer
unsterblichen Liebe. Ihnen wurde sogar ein kurzes Treffen zugestanden,
bei dessem herzzerreissenden Abschied sie ihr Leben in Versen mit dem
vergänglichen Wesen von Tautropfen verglichen. Shigehira
wurde sogar nach Kamakura zu einer Audienz mit Yoritomo
gebracht. Der Grund dafür ist unklar, doch vermutlich war es die
Neugier, die Yoritomo veranlaßte, seinen prominentesten
Gefangenen persönlich in Augenschein zu nehmen und wegen der „abscheulichen
Verbrechen“ (der Niederbrennung der Tempel von Nara) zu
befragen. Die Autoren der Heike Monogatari benutzen diese
Reise, um die höfische Seite von Shigehira noch mehr
hervorzuheben, indem er bedeutende Orte in Versen rühmt und in Kamakura
jeden mit seinem Flötenspiel beeindruckt. Yoritomo selbst
bemerkte, daß sein Gefangener „der kultivierteste Mann (in
seinem Lager)“ sei. Shigehira hatte auch eine kurze Affäre
mit einem Mädchen, Sanju-no-mae, die im als Bedienung
unterstellt wurde. Sie wurde wie so viele andere Frauen ein Opfer der
Liebe zu einem Krieger: Als sie von Shigehira's Hinrichtung hörte,
legte sie, wie auch die Hofdame in Kyoto das Gelübte ab und wurde
Nonne, um für das Seelenheil ihres Geliebten zu beten. Ex-Kaiser
Goshirakawa hatte indes lange versuchte, Shigehira's
Leben als Pfand zu benutzen, um die Taira zur Herausgabe der
kaiserlichen Insignien (Schwert, Spiegel und Kronjuwel) zu bewegen,
welche als Zeichen der Souveränität von Kaiser Antoku nach Yashima
geschafft worden waren. Doch obwohl Shigehira's Mutter (Kiyomori's
Witwe) darauf bestand, das Leben ihres Sohnes unter allen Umständen
zu retten, lehnte Munemori, das neue Oberhaupt des Clans, den
Handel mit Goshirakawa ab. Einerseits wird er hinter dem
Vorschlag des Ex-Kaisers eines der windigen Spielchen vermutet haben,
bei denen Goshirakawa außerordentliches Talent zeigte und
vermutete, daß man Shigehira dennoch hinrichten würde, wenn
er die Insignien übergeben würde; andererseits würde „ihr“
Kaiser Antoku ohne die kaiserliche Insignien jegliche
Legitimation und die Taira damit ihren letzten Trumpf
verlieren. Der
Soldat und der (Ex-)Kaiser Nach
dem Sieg von Ichi-no-Tani kehrte die Armee der Minamoto
im Triumph nach Kyoto zurück und mit dem Ruhm des siegreichen Helden
überstrahlte Yoshitsune seinen Bruder Noriyori
vollkommen. Doch anstatt den flüchtenden Taira nachzujagen,
blieb Yoshitsune fast ein Jahr in Kyoto, bevor er den Befehl
aus Kamakura erhielt, den Feldzug fortzusetzen. Es ist noch
immer ein großes Rätsel, warum Yoritomo keinen sofortigen
Angriff auf die Taira befahl, die nach der Niederlage von Ichi-no-Tani
militärisch äußerst geschwächt und auf der Flucht waren. Erst ein
halbes Jahr nach Ichi-no-Tani entschied der Herr von Kamakura,
den Krieg fortzusetzen. Diesmal wurde jedoch Noriyori zum „Tsuitoushi“
(Unterwerfer) ernannt und erhielt die Order, als befehlshabender
General mit einer Armee von Kamakura nach Kyushu zu ziehen, um
die Nachschubbasen der Taira auf der westlichen Insel Japans zu
zerstören. Die
Frage, die seit dem öfter aufkam, war, warum Yoritomo den
Auftrag an Noriyori gegeben hatte und nicht an Yoshitsune,
der seine Fähigkeiten bereits brillant unter Beweis stellte. Eine mögliche
Antwort mag sein, daß Yoritomo seinen fähigsten Kommandanten
in der Hinterhand behalten wollte, um ihn gegen die Hauptstreitmacht
der Taira auf Shikoku zu entsenden, nachdem Noriyori
die feindliche Versorgung auf Kyushu ausgeschaltet hatte. Doch es
scheint weitaus einleuchtender, daß die Zwangspause von Yoshitsune
in persönlichen Schwierigkeiten zu suchen ist, die zwischen Yoritomo
und Yoshitsune gewachsen waren. Die
historischen Quellen enthalten nicht genügend Details, um ablesen zu
können, wann Yoritomo begann, seinem Halbbruder Yoshitsune
argwöhnisch gegenüberzustehen. Die Probleme zwischen Yoritomo
und Yoshitsune resultieren zwar aus den historischen Umständen
und aus ihren ungleichen Persönlichkeiten, sie wurden jedoch nicht
unerheblich durch das Wirken des Ex-Kaisers verschärft. Den Quellen
zufolge zeigte sich Yoritomo's Argwohn erstmal nach der
Schlacht von Ichi-no-Tani. Am 26. Juni 1184 erließ Yoritomo
die Liste mit den Belohnungen für seine siegreiche Armee; Noriyori
bekam den Titel des Gouverneurs der Provinz Mikawa, Yoshitsune
hingegen wurde nicht einmal erwähnt. Dies ist in der Tat erstaunlich,
waren doch die Verdienste von Yoshitsune regelrecht berühmt. Yoshitsune
selbst war laut dem Azuma Kagami höchst enttäuscht, keinen
Rang bei Hofe zu erhalten, doch Ex-Kaiser Goshirakawa wußte
diese Enttäuschung mit seinen Mitteln zu lindern: Im achten Monat
erhielt Yoshitsune gleich zwei Positionen, die des Saemon-no-shoujou
bei der kaiserlichen Garde und den vielbegehrten, weil einträglichen
Titel Hougan (Leutnant) bei der kaiserlichen Polizei.
Insbesonders letzter Titel gelangte später in dem Ausspruch „Hougan
Biiki“ - „Mitgefühl mit dem Unterlegenem“ zur Berühmtheit
(wörtlich eigentlich „Mitgefühl mit dem Leutnant“). Obwohl die
Worte in dieser Form erst während der Tokugawa-Periode
entstanden, war doch die Sympathie für Yoshitsune bereits zu
seinen Lebzeiten weit verbreitet. Weiterhin
wurde Yoshitsune die Gunst gewährte, dem (Ex)Kaisers in der
Kammer der obersten Höflinge aufwarten zu dürfen. Yoritomo
soll wenig erbaut gewesen, daß diese für einen Krieger höchst unübliche
Ehrung nicht ihm selbst, sondern seinem jüngeren Bruder verliehen
wurde, der zudem noch von weit niederer Abstammung war. Der
amtierende Kaiser war zu dieser Zeit ein Kleinkind und noch dazu eine
Marionette der Ise-Taira. Der dem Kaiserhaus verbliebene Einfluß
auf die Geschicke des Landes wurde hauptsächlich von Goshirakawa
ausgeübt, der sich in den 30 Jahren als Ex-Kaiser eine außerordentliche
Machtposition geschaffen hatte. Der stete Aufstieg des Schwertadels (Buke)
hat zwar seine Position nachhaltig belastet, doch Goshirakawa
war ein tiefgründiger Mann mit einer schweren Neigung zu Intrigen und
Verschwörungen und obwohl ihm die Reste der kaiserlichen Macht
schnell entglitten, schaffte er es, sich in dieser Periode
tiefgreifender Veränderungen über Wasser zu halten. Da er keine
eigene Streitmacht besaß, war Goshirakawa gezwungen, bei
seinen Beziehungen zum Militär Vorsicht walten zu lassen. Seine
Taktik gegenüber den verschiedenen Militärführern war daher
schwankend, ja zuweilen gar unehrenhaft, doch der Hof hatte weder die
Kraft noch den Wunsch, offene Auseinandersetzungen mit dem Schwertadel
zu riskieren. Auch Yoritomo war über die Winkelzüge des
Ex-Kaisers empört, zollte dem Hof gegenüber aber auch weiterhin den
schuldigen Respekt. Er betrachtete den Ex-Kaiser jedoch zweifellos als
das treffende Beispiel eines verkommenen, intriganten Hofaristokraten
und bezeichnete ihn einmal gar als Tengu (Unhold). Die
zahlreichen Streitigkeiten zwischen und innerhalb der Clans machten es
dem Exkaiser jedoch einfach, Rivalitäten auszunutzen und Kontrahenten
gegeneinander auszuspielten, um am Ende auf der Seite des Siegers zu
stehen oder sich in dem neuen Machtgefüge wenigstens einigen Einfluß
zu sichern. Yashima Als
Noriyori am 8. Oktober 1184 seinen Marsch nach Westen begann,
ahnte er wahrscheinlich noch nichts von den Tücken seines Auftrages:
er mußte durch tiefstes Taira-Gebiet ziehen und die Taira besaßen
zudem die vollständige Kontrolle über die Inland-See. Bei Kojima
kam es dann zu dem einzigen größeren Gefecht der Kampagne. Die Taira
besaßen dort einen Aussenposten, der von Taira Tomomori, einem
Überlebenden von Ichi-no-Tani, befehligt wurde. Die Schlacht
an sich ist eigentlich ohne größere Bedeutung, eine Begebenheit ist
jedoch interessant: Sasaki Moritsuna, der ältere Bruder von Sasaki
Takatsuna (der das berühmte Rennen am Uji-gawa gewonnen
hatte) besiegte diesmal seinen Bruder beim Wettrennen durch den
schmalen Seestreifen, der Kojima vom Festland trennt und führte
so die Minamoto in die Schlacht. Von dieser Aufheiterung
abgesehen, war der Marsch der Minamoto nach Westen eine Tortur.
Im Februar 1185 schrieb Noriyori dringende Botschaften an Yotitomo
und beklagte die schwindende Moral seiner Truppen und die schlechte
Versorgungslage. Er bat um Pferde und Schiffe, da sie nun im Westen
von Honshu festsaßen und nicht nach Kyushu überzusetzen konnten.
Seine Schwierigkeiten bei der sogenannten Kyushu-Kampagne war ein
weiterer Beweis für die allgemeine Meinung, Noriyori sei nur
ein mittelmäßiger, wenn nicht gar ein unfähiger Kommandant. Doch
letztlich konnten sie einige Schiffe beschlagnahmen und die
ausgemergelte Armee setzte nach Kyushu über. Es wird auch von einem
Krieger berichtet, der, geschwächt vor Hunger, seine Rüstung
verkauft, um mit dem Erlös ein Boot zu erwerben, das seine Kameraden
über die Meerenge bringen soll. Während
Noriyori seinen beschwerlichen Weg nach Westen unternahm,
strich Yoshitsune erneut den ganzen Ruhm ein. Yoritomo
hatte seinem Halbbruder im ersten Monat des Jahres 1185 endlich den
Auftrag erteilt, Yashima, die Basis der Taira auf Shikoku,
zu vernichten. Kajiwara
Kagetoki, der von Yoritomo
als Berater für Yoshitsune entsandt worden war, stand den
Marineplänen von Yoshitsune besonders kritisch gegenüber. Er
merkte an, daß die Ruder an den Booten ungünstig angebracht seien,
da man damit nur schwierig rückwärts steuern könne. Er schlug „Rückwärts-Ruder“
vor, mit denen man in jede Richtung fahren könne. „Wir haben
aber nicht die Absicht, rückwärts zu fahren.“ entgegnete Yoshitsune
barsch und fügte an, daß selbst die Erwägung von Rückzug eines
wahren Kriegers unwürdig sei. Die Worte von Yoshitsune trafen Kajiwara
an einer sehr empfindlichen Stelle und als dieser daraufhin
seinerseits entgegnete, daß Anführer, die nur wissen, wie man vorwärts
stürme, „Wildschwein-Krieger und keine wahren Anführer“
seien, waren beide kurz davor, sich zu schlagen. Nur das Eingreifen
einiger hochrangige Offiziere, darunter Miura no Yoshizumi, Hatakeyama
no Shigetada und Toi no Sanehira konnte Yoshitsune, Kagetoki
und deren Gefolge noch zurückhalten. Dieser Vorfall war keineswegs
dazu geeignet, die ohnehin schon schlechte Meinung von Kajiwara
über Yoshitsune zu verbessern. Ob Yoshitsune
seinerseits eine persönliche Abneigung gegenüber Kajiwara
hatte oder ob ihn der Vorschlag mit den „Rückwärts-Rudern“
nur schlicht ärgerte, mag dahingestellt bleiben. Yoshitsune
war sich ohnehin bewußt, daß die Minamoto einer Seeschlacht
mit den Taira nicht gewachen waren und so bestand seine
Strategie darin, dies unter allen Umständen zu vermeiden. Der
geplante Kurs ging darum auch nicht direkt nach Yashima,
sondern südlich an Awaji vorbei nach Shikoku, um Yashima
von Land aus anzugreifen. Yashima
ist ein vulkanisches Plateau vor der Küste von Shikoku, das
heute durch eine Landbrücke mit dem Festland verbunden ist. Zur Zeit
des Gempai-Krieges war es jedoch eine Insel, wenn gleich der
Kanal zum Festland flach war und somit leicht von Pferd und Mann
durchquert werden konnte. Ohne Zweifel würden die Taira die
Zugänge bewacht haben, doch aufgrund der natürlichen Befestigung
gegenüber Angriffen von See war die Basis nicht auf dem Plateau
selbst, sondern unterhalb an beiden Seiten des Strandes zwischen Insel
und Festland errichtet worden. Zudem erwarteten die Taira einen
Seeangriff und bereiteten sich entsprechend vor: die Kriegsschiffe
lagen im Kanal während 500 weitere Boote in einer anderen Bucht
versteckt waren, die heute „Funakakushi“ (Bootsversteck)
genannt wird. Mitte
März beendete Yoshitsune seine Vorbereitungen, doch das Wetter
war so schlecht, daß die Seeleute empfahlen, besseres Wetter
abzuwarten. Doch Yoshitsune bestand darauf, mit seinem
Kontingent sofort abzulegen. Er hoffte, der tobende Sturm würde das
Überraschungsmoment eines Angriffes auf die Taira noch verstärken.
Allerdings wurde dieser Enthusiasmus nicht von allen einstimmig
geteilten und so mußten einige gar mit dem Schwert an ihren Diensteid
erinnert und auf die Schiffe gezwungen werden. Am 22. März 1185 legte
eine kleine Flotte von nur fünf Schiffen mit etwa achtzig Kriegern
ab. Es ist in den Quellen keine Erklärung zu finden, warum Yoshitsune
die übrigen zweihundert Schiffen zurückließ (Im Gempai Seisui Ki
wird jedoch berichtet, daß nur Seeleute für 5 Schiffe zur Verfügung
standen, was jedoch nicht gerade wahrscheinlich scheint). Mit der üblichen
Schnelligkeit und dem kräftigen Sturm zum Trotz, segelte Yoshitsune
übernacht und benötigte dank der günstigen Windrichtung für die Überfahrt
nach Shikoku, die üblicherweise in drei Tagen dauerte, nur
sechs Stunden. Bereits am nächsten Morgen landete sein
Expeditionskorp auf Shikoku an einem Platz mit dem vielverheißenden
Namen „Katsuura“ (Siegesbucht) und nachdem sie ihre Pferde
gesattelt hatten, ritten sie im Galopp nach Yashima. Die
Taktik des Angriffes auf Yashima war die selbe, die schon bei Ichi-no-Tani
Wirksamkeit gezeigt hatte: alles Brennbare wurde in Brand gesteckt:
Bauernhäuser, Lagerhallen und auch der provisorische Kaiserpalast,
den die Taira errichtet hatten. In der Deckung von dichtem
Rauch und einer Wolke aus Staub stürmte die kleine Truppe der Minamoto
unter lautem Kriegsgeschrei den ungeschützten Rücken des Gegners.
Die Taira glaubten sich einer gewaltigen Übermacht gegenüber
und flohen in wilder Panik mit ihren Booten auf das Meer hinaus. Auch
der Kaiser Antoku wurde zu den Schiffen gebracht, ganz Yashima
wurde evakuiert. Der
wohl bekannteste Vorfall der Schlacht von Yashima ereignete
sich gegen Abend. Als sich die Gegner anschickten, den Kampf für die
Nacht zu beenden, ruderte ein reich verziertes Boot der Taira näher
an den Küste und eine elegante, schöne Dame trat hervor und ließ
ihren Fächer an den Mast binden. Der Fächer war mit einem goldenen
Sonnenmotiv auf rotem Grund verziert und sollte die Minamoto
zweifellos aufzufordern, ihn herunterzuschießen. Diese waren zunächst
unschlüssig, entschieden jedoch, daß die Herausforderung angenommen
werden müsse. Danach
folgte noch eine weitere Episode, die von einem Bogen handelt und Yoshitsune
selbst findet in dem Kapitel „Yumi nagashi“ (der versunkene
Bogen) Erwähnung: Nachdem der Fächer im Meer gelandet war, kamen auf
dem Boot der Taira Krieger heraus und vollführten eine Art
Tanz an der Stelle, wo der Fächer gehangen hatte. Yoshitsune
befahl daraufhin einen zweiten Schuß. Yoichi folgte der Order
und der zweite Pfeil von Yoichi streckte einen der Taira
nieder. Die kurze Phase der Verständigung der Gegner, die mit dem
ersten Pfeil begann, fand mit dem zweiten ihr jähes Ende; einige
bezeichneten dies als einen Akt der Grausamkeit (wenn gleich die Minamoto
auch bei diesem Treffer applaudierten). Die Taira griffen
daraufhin den Strand an und versuchten zu landen, doch Yoshitsune
trieb sie mit seinen Kriegern ins Meer zurück. Während des Kampfes
hatte er allerdings seinen Bogen fallengelassen und versuchte nun, ihn
trotz feindlichen Bogenbeschusses aus den Wellen zu fischen. Als seine
Gefolgsleute ihm zuriefen, er solle doch sein Leben nicht wegen eines
Bogen riskieren, antwortete er, daß sein Bogen ein gewöhnlicher sei,
der von nur zwei Mann gespannt wurde und nicht dem gewaltigen Bogen
seines Onkels Tametomo glich. Die Taira würden ihn sicher
auslachen, wenn sie ihn finden sollten. Und so versuchte es Yoshitsune
weiter, bis er den Bogen zurückhatte und seine Ehre gewahrt blieb. In
der Nacht zogen sich die Taira zur Shido-Bucht östlich
von Yashima zurück und die Minamoto überquerten indes
die Furt nach Yashima. An einem Teich, Chinoike, der
noch heute existiert, wuschen sie das Blut und das Salz aus ihren Rüstungen.
Dies war eine wichtige Vorkehrung gegen Rost, würde sich doch das
Salz sofort an den Stellen in die Rüstungen fressen, an denen der
Lack angeschlagen war. Script: Stephan Henker |